Die zonale Architektur organisiert die Fahrzeug-Hardware nach physischer Zone statt nach Funktion. Jedes Zonensteuergerät verantwortet die Sensoren, Aktoren und die Energie in seiner Fahrzeugregion und kommuniziert dann über ein Hochgeschwindigkeits-Ethernet-Backbone mit der zentralen Rechenleistung.
Domänen- und zentralisierte Architekturen gruppieren die Elektronik nach Funktion. Die zonale Architektur gruppiert sie nach Ort: vorne links, hinten rechts und so weiter. Lokale I/O endet am nächstgelegenen Zonensteuergerät, statt bis zu einer zentralen Box zu laufen, was den Kabelbaum drastisch verkürzt und Gewicht, Kosten und Montagezeit reduziert.
Zonensteuergeräte dienen zugleich als Stromverteilungsknoten. Der Wechsel von zentralen Sicherungskästen zu zonaler intelligenter Absicherung erlaubt es der Software, Lasten zu steuern, Fehler lokal zu erkennen und Strompfade neu zu konfigurieren. Das ist ein Schlüsselfaktor für Redundanz beim automatisierten Fahren, bei dem ein einzelner Strom- oder Netzfehler keine Sicherheitsfunktion außer Betrieb setzen darf.
Zonen verbinden sich über Automotive-Ethernet mit der zentralen Rechenleistung, oft mit Time-Sensitive Networking für deterministische Zustellung. Das Backbone trägt serviceorientierten Verkehr (SOME/IP, DDS) neben Best-Effort-Daten, daher müssen Gateway und Switches Bandbreite, Priorität und Timing regeln, um sicherheitsrelevante Ströme begrenzt zu halten.
Zonale und zentralisierte Designs ergänzen sich, sie konkurrieren nicht. Zonensteuergeräte lösen das Verkabelungs- und I/O-Problem nahe der Hardware; zentralisierte Hochleistungsrechner lösen das Anwendungs- und KI-Rechenproblem. Gemeinsam bilden sie die dominierende Zielarchitektur für softwaredefinierte Fahrzeuge.